Smooth – Santana

Wie auch ich lernte Carlos Santana als kleines Kind zunächst Geige, bevor er auf die Gitarre wechselte. Damit hören unsere Gemeinsamkeiten dann aber auch schon auf. Santana zählt zu einem der ganz Großen – durch Songs wie Samba pa ti oder Oye como va ist er unsterblich. Er spielte schon 69 in Woodstock neben Hendrix und Cocker und für mich waren seine Songs auch immer Oldies. Vor meiner Zeit eben.

Doch dann Ende der 90er kam Smooth in die Charts. Hat mir schon damals gefallen. Die Gitarre, der Rhytmus und auch die Stimme von Rob Thomas, der diesen Titel sang … alles passte zusammen. Und dass es nicht nur mir so geht merke ich immer wieder, wenn ich diesen Titel spiele. Nach einem doch eher Discofox-lastigen Programm kommt da dieser – ja was ist es eigentlich – Rumba, Bossa nova? Irgendwas Lateinamerikanisches jedenfalls! Da kreisen die Hüften wie von selbst.

Habe schon lange nichts Neues von Carlos Santana gehört. Das Album, aus dem Smooth damals ausgekoppelt wurde (Supernatural) war ein großer Erfolg, war Album des Jahres und gewann 9 Grammys. Aber seither ist es still geworden um Carlos und seine Band.

Wer weiß mehr über Carlos Santana 2014? Mögt Ihr seinen Stil?

Westerland – Die Ärzte

Durch die Neue deutsche Welle gab es in der 80ern ja schon recht viele deutschsprachige Musiker und Bands. Doch die Ärzte zählten damals, so fand ich, nicht dazu. Ich weiß gar nicht warum, aber ähnlich wie die Toten Hosen oder Westernhagen und Grönemeyer waren auch die Ärzte irgendwie unabhängig von dieser Richtung. Sie waren ziemlich provokativ und Lieder wie Claudia hat nen Schäferhund oder Geschwisterliebe erweiterten damals meinen Teenager-Horizont.

Dagegen ist Westerland vergleichsweise harmlos. Ein einfaches Spaßlied über einen  Berliner („wie oft sprang ich in die Spree-ee-ee“) der so gerne wieder mal nach Westerland reisen möchte. Die Ärzte auf Sylt – das kann ja wohl nur ironisch gemeint sein, und für alle die daran zweifeln kommt ja irgendwann auch die Textzeile „… und ich weiß jeder zweite hier ist genau so blöd wie iiiiich …“

Ich spiele Westerland als Akustikversion, oft im allerletzten Teil des Abends. Dann, wenn man eigentlich schon denkt alles ist vorbei und der Alleinunterhalter zupft nur noch ein paar ruhige Songs zum Runterkommen und Ausklingen-lassen. Genau dann geht es manchmal noch ein letztes Mal richtig ab und dann passt Westerland immer!

Was fällt Euch zu Westerland ein? Waren die Ärzte doch Neue deutsche Welle?

=> Repertoire

City of New Orleans – Steve Goodman

Wem dieser Titel nichts sagt und schon gar nicht Steve Goodman, der ist wahrscheinlich in guter Gesellschaft. Aber gehört haben Ihn sicher die meisten schon, vermutlich jedoch eher in einer Cover-Version von John Denver, Johnny Cash oder Willie Nelson. Sie hatten alle mit diesem Titel mehr kommerziellen Erfolg als der Komponist Steve Goodman.

Und dann gab es auch eine Version in deutsch, die relativ erfolgreich wurde, und wegen der ich diesen Blogbeitrag überhaupt schreibe. Ich spiele den Song nämlich schon relativ lange und immer im ersten Teil des Abends als Hintergrundmusik zum Essen. Das „plätschert“ oft so nebenbei und ich rechne gar nicht damit, dass mein Publikum besonders aufmerksam zuhören. Doch irgendwann einmal fingen ein paar Gäste bei City of New Orleans an zu singen. Aber was sangen Sie da? Wann wird´s mal wieder richtig Sommer von Rudi Carell! Nach einer kurzen Irritation merkte ich, dass das ja wirklich passte. Wann wird´s mal wieder richtig Sommer ist eine Coverversion von City of New Orleans!

Seit dem singe ich immer den zweiten und dritten Refrain in der Rudi-Carell-Version und ernte manchmal belustigte Blicke 😉

An Tagen wie diesen – Die Toten Hosen

Ein Kriterium, den ein Song erfüllen muss, um in mein Repertoire als Alleinunterhalter aufgenommen zu werden ist, dass ich glaube, mein Publikum mag ihn auch noch in einigen Jahren. Dass er gar das Zeug zu einem echten Klassiker hat, wie Westerland von den Ärzten, oder Willenlos von Westernhagen. Als ich An Tagen wie diesen zum ersten Mal im Autoradio hörte, ahnte ich schon, dass ich diesen Song früher oder später ins Programm aufnehmen würde. Nun ist es soweit – Text gelernt, Akkorde rausgehört – mein jüngster Neuzugang kommt von den Toten Hosen! Übrigens mein erster Song der Düsseldorfer Kapelle.

Ich mag dieses Lied! Ok, man kann auch der Meinung sein, es sei ein bisschen dick aufgetragen, aber egal. Jung sein, Party machen, Freunde haben, nicht um das Morgen kümmern und sich bewusst sein, dass dieser Moment zu den besten des Lebens gehören wird. Wow, was will man mehr! Das ist der Stoff aus dem sentimentale Erinnerungen gestrickt sind, wenn die Zeit der Unbeschwertheit und Jugend längst vorbei ist.

Musikalisch gefällt mir sehr die Gitarre in den ruhigen Parts (zum Beispiel ganz am Anfang) mit dem Delay-Effekt. Weglassen können hätte man dagegen das eintönige Gegröle des „Background-Chores“ im Refrain. Aber was soll´s – sind halt „die Hosen“!

Ich kann noch gar nichts über Live-Erfahrungen berichten. Das Lied ist für mich so neu, dass ich es tatsächlich noch nie bei einer Veranstaltung gespielt habe. Nach dem kommenden Wochenende werde ich schlauer sein, da spiele ich Samstag und Sonntag (Pfingsten!) auf zwei Hochzeiten, und werde An Tagen wie diesen bestimmt zu Gehör bringen. Allerdings im Moment erst mal als Akustikversion, wahrscheinlich gegen Ende des Programms. Hoffe, er wird seine Wirkung nicht verfehlen.

Wie gefällt Euch An Tagen wie diesen? Sollte ich noch andere Songs von den Toten Hosen spielen? Oder ist die Zeit dieser Alt-Punker einfach vorbei?

Angels – Robbie Williams

Mit Take That konnte ich nie was anfangen – war ja auch eher ne Mädchen-Band. Obwohl ich heute zugeben würde, dass mir „Back for good“ ganz gut gefallen hat. „Angels“ war dann der erste Song, mit dem ich Robbie Williams als eigenständigen Musiker wahrgenommen hatte. Und nicht nur das – ich fand ihn richtig gut! „Angels“ ist für mich neben „Let me entertain you“ nach wie vor der beste Song von Robbie. Beneidenswert, wenn man solche Songs schreiben kann. A propos, wer hat ihn denn eigentlich geschrieben. Guy Chambers, sein damaliger Co-Songschreiber, gilt als maßgeblich dafür verantwortlich, was Robbie wohl sehr verärgert hat, hab ich mal irgendwo gelesen.

„Angles“ hat eine besondere Rolle in meinem Alleinunterhalter-Programm. Ich schlage diesen Song oft vor, wenn ich merke, dass ein Brautpaar nicht so glücklich mit der Vorstellung eines Brautwalzers als Eröffnungstanz ist. Das kann ich dann immer gut verstehen. Die ganze Gesellschaft schaut zu, filmt und fotografiert und amüsiert sich heimlich über den manchmal unbeholfenen Tanzstil. Das muss nicht sein! Ein gefühlvoll getanzter Blues transportiert die Stimmung eines solchen Tages doch viel besser als ein holpriger 3/4-Takt!

Was verbindet Ihr mit „Angels“? Wie findet Ihr Robbie Williams? Die spontanen Kommentare sind oft die besten 😉

Enjoy the silence – Depeche Mode

Synthie-Pop oder auch Elektropop à la Depeche Mode passt eigentlich gar nicht zu meinem restlichen Repertoire, bei dem ja immer die Gitarre eine mehr oder weniger tragende Rolle spielt. Doch (nicht nur) für mich ist Enjoy the silence einer der herausragensten Erfolge der britischen Band um den Sänger David Gahan und den musikalischen Kopf Martin Gore. Und dieser ist nicht nur Keyboarder sondern spielt auch Gitarre – in Enjoy the silence ein ganz charakteristisches Riff.

Bemerkenswert ist, dass „Enjoy the silence“ in dem kompletten Lied nie gesungen wir – zumindest in der am meisten verbreiteten Single-Version. Und Versionen gibt es viele – sowie auch Cover-Versionen von anderen Künstlern. Von mir als Alleinunterhalter kommt der Song im Original, während ich einen weiteren von DM, nämlich Personal Jesus, in einer Akustikversion spiele. Zu dieser inspiriert wurde ich durch Johnny Cash, der den Song im Rahmen seiner gefeierten American Recordings aufnahm.

Aber ich merke ich bin schon längst „Off Topic“ … egal. Eigentlich war es das auch, mit diesem Beitrag. Aber was wäre dieser ohne Kommentare von Euch! Also: Enjoy the silence – was sagt Euch dieser Song? Seid Ihr gar DM-Fans der ersten Stunde? Habt Ihr noch Wissenswertes über die Band? Ich freue mich über jeden Post!

Purple Rain – Prince

„Formel Eins“ war die Musiksendung der 80er Jahre. Ein mal pro Woche war sie das absolute Pflichtprogramm für den musikinteressierten Jugendlichen – also für alle! Die einzige Sendung, die regelmäßig die neuesten Musikvideos brachte, wie auch zum Beispiel „Purple Rain“.

Ich fand den Song schon damals gut, aber er war ein Song von vielen. Ich hätte nie gedacht, dass er einmal einen solchen Kultstatus erreichen würde. Doch von welchem Song denkt man das schon, wenn er gerade aktuell ist. Prince war mir eigentlich immer zu exzentrisch. Zumindest damals, für mich als 14jährigen. Heute finde ich das faszinierendste an ihm, dass er so viele Instrumente spielen kann: Schlagzeug, Gitarre, Bass, Keyboard – also kann er eigentlich seine Platten alleine aufnehmen. Ähnlich übrigens wie Lenny Kravitz, den ich auch ziemlich toll finde.

Und Prince kann die Instrumente nicht nur irgendwie spielen. „Purple rain“ hat ein irres Gitarrensolo, dass ich nie im Leben auch nur ansatzweise hinkriegen würde. Aber muss ich auch nicht, denn ich spiele den Song mit der Akustikgitarre, also unplugged. Er hat seinen festen Platz in meinem Alleinunterhalter-Repertoire. Aber nie als Hintergrundmusik zum Essen, sondern eigentlich immer im letzten Teil des Programms. Dann wenn alle wieder ein bisschen runter kommen und den Abend ausklingen lassen. Der Song ist auch ein absoluter Mitsinger, auch wenn sich das bei den meisten auf die Stelle „Purple rain, purple rain“ beschränkt 😉

Und wie ist das bei Euch? Wie findet Ihr Prince? War das damals auch „Euere Zeit“? Sollte man den Song überhaupt noch spielen, oder kann man ihn so langsam nicht mehr hören?

Talking about a revolution – Tracy Chapmann

Ich dachte eigentlich, es sei damals dieses Live Aid-Konzert gewesen, an dem ich Tracy Chapman zum ersten Mal wahrgenommen hatte. Aber nein, es war ein paar Jahre später (1988). Auch im Wembley-Stadion, bei einem Konzert zum 70. Geburtstag von Nelson Mandela. Der saß zu diesem Zeitpunkt noch immer im Gefängnis. Jedenfalls gab es bei dem Konzert wohl eine technische Panne – Stevie Wonder musste seinen Auftritt abbrechen. Spontan schnappte Tracy sich Ihre Gitarre und kam noch mal auf die Bühne und spielte einfach solo nur mit Ihrer Gitarre ein paar Songs aus Ihrem neuen Album. Das war Ihr internationaler Durchbruch.

Von Tracy Chapman spiele ich als Alleinunterhalter die zwei Titel: Baby can I hold you, und Talkin about a revolution.

Tracy Chapman macht übrigens immer noch Musik. Hier kommen Sie auf Ihre sehenswerte Website. Man kann diese nämlich farblich gestalten – rechts oben die Farbe wählen und dann die Gegenstände anklicken. Macht Spaß!

I will survive – Gloria Gaynor

I will survive. Einer der Disco-Klassiker der 70er Jahre. Eigentlich war der Song nur als B-Seite einer Single (Substitute) gedacht, wurde dann aber zum erfolgreichsten Titel in Gloria Gaynors Karriere.

Ich spiele den Titel als Alleinunterhalter schon ziemlich lange und immer wieder gerne. Manchmal ist er ein Testsong. Einer, der entweder spontan eine Gruppe von Gästen auf die Tanzfläche zieht, oder es würde in dem Moment keiner tanzen, egal was ich spiele.

Irgendwann fand ich heraus, dass man „I will survive“ auch mit der Akustikgitarre spielen kann. Und zwar ohne Rhytmusbegleitung im reduzierten Tempo. So etwas lässt das Publikum aufhorchen. Man kennt den Song zwar, weiß aber nicht woher…. spätestens beim Refrain natürlich schon!